Rottach-Egern wählt neuen Bürger-Meister

Am 16. März 2014 sind Kommunalwahlen und neben dem Gemeinderat wird auch der Bürgermeister neu gewählt. Von 2000-2014 ist und war Franz Hafner von der „FWG Freie Wählergemeinschaft Rottach-Egern“ Bürgermeister der Gemeinde am Wallberg. Er kandidiert nicht mehr, stattdessen geht der bisherige stellvertretende Bürgermeister Hermann Ulbricht für die FWG ins Rennen. Die Rottacher haben allerdings die Wahl zwischen gleich drei Kandidaten: Neben Ulbricht stellen sich Christian Köck für die CSU und der parteifreie Josef Bogner der Abstimmung der Bürger.

Wo sind die Unterschiede und wo setzen die Kandidaten ihre Schwerpunkte?

Hermann Ulbricht (selbstständiger Keramikermeister) geht mit einem Erfahrungs- und Netzwerkvorsprung ins Rennen, denn er ist seit 2008 stellvertretender Bürgermeister und durfte die Gemeinde bereits bei sehr vielen Gelegenheiten im In- und Ausland vertreten. Das hat Ulbricht seinen beiden Mitkandidaten voraus: Die Teilnahme an intensiven Gesprächen und Verhandlungen mit Verantwortlichen aus Wirtschaft und Politik in Kreis, Land und Bund. Das ist ihm wichtig: verträgliche Bebauung, bezahlbarer Wohnraum, Weiterentwicklung des Tourismus, nachhaltiges Energiekonzept, talweit verträgliche Verkehrsinfrastruktur, Hochwasserschutz-Gesamtkonzept fürs Tal, Maßnahmenkatalog gegen steigende Raub- und Einbruchskriminalität.

Christian Köck (selbstständiger Schriftsetzermeister) möchte den Charakter von Rottach-Egern erhalten und zusammen mit dem Kreisbauamt nach Lösungen suchen, wie die unheimlich rasante bauliche Entwicklung eingegrenzt werden kann. Die Gäste nehmen Veränderungen im Ortsbild sensibel wahr, der Tourismus als eine der tragenden Säulen darf nicht beschädigt werden. Bei diesem Thema möchte Köck sich vor allem auch um die kleinen Gastgeber kümmern, um die vielen kleinen Gästehäuser, die oftmals von älteren Leuten betreut werden, die mehr Unterstützung bräuchten, was vor allem das Internet angeht. Hier wünscht er sich mehr persönlichen Kontakt von den Tourismus-Verantwortlichen im Tegernseer Tal. Und: Köck möchte sich dafür einsetzen, dass Rottach trotz steigender Kriminalität kein total überwachter Ort wird.

Josef Bogner (Gastwirt, Mitbegründer der Naturkäserei) will als politischer Newcomer mit viel Herzblut in die Kommunalpolitik. Sein Wahlprogramm „Rottach-Egern 2020“ konzentriert sich auf die Themen Ausbau der erneuerbaren Energien, Förderung bezahlbarer Wohnungen, neue Wege in der Tourismus-Entwicklung, Hochwasserschutz, Schutz vor Immobilienspekulanten und Jugend & Kultur. Nach dem Schweizer Modell, bei dem große Aufgaben nicht im Alleingang vom Gemeinderat entschieden werden, sondern mit Einbindung der Bürger, möchte Bogner auch die Bürger von Rottach-Egern stärker ins politische Geschehen integrieren. Wie in der Schweiz sollen so genannte „Dorfgespräche“ stattfinden, das sind mehrmals im Jahr stattfindende Infoveranstaltungen, bei denen ein Meinungsbild der Bevölkerung zu wichtigen Themen eingeholt wird.

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